Klassische und operante Konditionierung: Unterschiede, Begriffe, Klausurfallen
Pawlow und Skinner gehören in jede Klausur zur Allgemeinen Psychologie. Die wichtigsten Begriffe beider Lernformen, die Vier-Felder-Tafel der Verstärkung und die Verwechslungen, die am häufigsten Punkte kosten.
Beide Formen der Konditionierung beschreiben assoziatives Lernen, aber auf unterschiedliche Weise. Bei der klassischen Konditionierung lernt ein Organismus, dass zwei Reize zusammengehören. Bei der operanten Konditionierung lernt er, dass ein Verhalten bestimmte Konsequenzen hat. In Klausuren wird fast immer geprüft, ob du die Fachbegriffe sauber zuordnen kannst.
Klassische Konditionierung nach Pawlow
Iwan Pawlow beobachtete, dass Hunde nicht nur beim Futter, sondern schon beim Geräusch der Schritte des Pflegers Speichel bildeten. Daraus entstand das Grundschema:
- Unkonditionierter Stimulus (UCS): löst ohne Lernen eine Reaktion aus, etwa Futter.
- Unkonditionierte Reaktion (UCR): die angeborene Reaktion darauf, etwa Speichelfluss.
- Neutraler Stimulus (NS): löst zunächst keine Reaktion aus, etwa ein Ton.
- Konditionierter Stimulus (CS): der frühere NS, nachdem er wiederholt mit dem UCS gepaart wurde.
- Konditionierte Reaktion (CR): die Reaktion auf den CS allein.
Wichtige Folgephänomene sind Löschung (der CS wird ohne UCS dargeboten, die CR schwächt sich ab), Spontanerholung (nach einer Pause tritt die gelöschte CR kurz wieder auf), Generalisierung (ähnliche Reize lösen die CR ebenfalls aus) und Diskrimination (nur der ursprüngliche Reiz löst sie aus). Das bekannteste Beispiel beim Menschen ist das ethisch heute nicht mehr vertretbare Experiment von Watson und Rayner mit dem „kleinen Albert“, bei dem eine Furchtreaktion auf eine Ratte konditioniert wurde.
Operante Konditionierung nach Thorndike und Skinner
Edward Thorndike formulierte das Gesetz des Effekts: Verhalten, dem angenehme Konsequenzen folgen, wird wahrscheinlicher. B. F. Skinner baute daraus ein systematisches Modell. Entscheidend ist die Vier-Felder-Tafel:
| Etwas wird hinzugefügt | Etwas wird entfernt | |
|---|---|---|
| Verhalten nimmt zu | Positive Verstärkung: Lob nach erledigter Aufgabe | Negative Verstärkung: Kopfschmerzen verschwinden nach Tablette |
| Verhalten nimmt ab | Positive Bestrafung: Strafzettel nach Falschparken | Negative Bestrafung: Handyverbot nach Regelverstoß |
„Positiv“ und „negativ“ bedeuten hier nur hinzufügen und entfernen, nicht gut und schlecht.
Verstärkerpläne
Wie oft ein Verhalten verstärkt wird, beeinflusst Lerngeschwindigkeit und Löschungsresistenz.
- Kontinuierlich: jedes Verhalten wird verstärkt. Schnelles Lernen, schnelle Löschung.
- Fixe Quote: nach einer festen Zahl von Reaktionen, etwa Akkordarbeit.
- Variable Quote: nach einer wechselnden Zahl, etwa Spielautomaten. Sehr löschungsresistent.
- Fixes Intervall: nach einer festen Zeit, etwa wöchentliches Gehalt.
- Variables Intervall: nach wechselnder Zeit, etwa unregelmäßige Kontrollen.
Die häufigsten Klausurfallen
- Negative Verstärkung ist keine Bestrafung. Verstärkung erhöht immer die Auftretenswahrscheinlichkeit, auch wenn etwas Unangenehmes wegfällt.
- Bei der klassischen Konditionierung steht der Reiz vor der Reaktion, bei der operanten folgt die Konsequenz auf das Verhalten.
- Reflexhafte Reaktionen wie Speichelfluss oder Angst passen zur klassischen, willkürliches Verhalten zur operanten Konditionierung.
- Löschung ist kein Vergessen. Das zeigt die Spontanerholung: Die Assoziation ist noch da, sie wird nur gehemmt.
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Häufige Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen klassischer und operanter Konditionierung?
Bei der klassischen Konditionierung wird ein neuer Reiz mit einer bestehenden Reaktion verknüpft. Bei der operanten Konditionierung wird die Häufigkeit eines Verhaltens durch seine Konsequenzen verändert.
Ist negative Verstärkung dasselbe wie Bestrafung?
Nein. Negative Verstärkung erhöht ein Verhalten, weil etwas Unangenehmes entfernt wird. Bestrafung senkt ein Verhalten.
Welcher Verstärkerplan ist am löschungsresistentesten?
Die variable Quote. Weil die Verstärkung unvorhersehbar kommt, wird das Verhalten auch dann lange beibehalten, wenn sie ganz ausbleibt.
Häufige Fragen
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