Psychopathologischer Befund nach AMDP: So lernst du die Begriffe
Der psychopathologische Befund nach dem AMDP-System ist die gemeinsame Sprache von Klinik und Praxis. Die Merkmalsbereiche, die wichtigsten Begriffspaare und eine Lernmethode für die Klinik-Klausur.
Der psychopathologische Befund beschreibt, was in einem Gespräch mit einer Patientin oder einem Patienten beobachtet und berichtet wird. Im deutschsprachigen Raum orientiert er sich meist am AMDP-System der Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie. Es legt fest, welche Merkmale erfasst werden und wie sie definiert sind. Wer die Begriffe beherrscht, kann Fallvignetten in der Klinik-Klausur deutlich schneller lösen.
Die Merkmalsbereiche
Der Befund wird in einer festen Reihenfolge durchgegangen. Die wichtigsten Bereiche sind:
- Bewusstseinsstörungen
- Orientierungsstörungen (zeitlich, örtlich, situativ, zur Person)
- Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen
- Formale Denkstörungen
- Befürchtungen und Zwänge
- Wahn
- Sinnestäuschungen
- Ich-Störungen
- Störungen der Affektivität
- Antriebs- und psychomotorische Störungen
- Circadiane Besonderheiten
- Andere Störungen, unter anderem Selbst- und Fremdgefährdung
Begriffspaare, die oft verwechselt werden
| Begriff | Abgrenzung |
|---|---|
| Formale Denkstörung | betrifft den Ablauf des Denkens, etwa verlangsamt, umständlich, zerfahren |
| Inhaltliche Denkstörung | betrifft den Inhalt, vor allem Wahn |
| Ideenflucht | schneller Gedankenwechsel, Zusammenhänge noch erkennbar |
| Zerfahrenheit | Zusammenhang zwischen Gedanken geht verloren |
| Halluzination | Wahrnehmung ohne entsprechenden Außenreiz |
| Illusion | verkannte Wahrnehmung eines tatsächlich vorhandenen Reizes |
| Derealisation | Umgebung wirkt fremd oder unwirklich |
| Depersonalisation | die eigene Person wirkt fremd oder unwirklich |
| Affektarmut | verminderte Spannbreite gezeigter Gefühle |
| Parathymie | Affekt passt nicht zum berichteten Inhalt |
Wahn sicher erkennen
Ein Wahn ist eine inhaltlich falsche Überzeugung, die mit subjektiver Gewissheit vertreten wird und sich durch Erfahrung oder Argumente nicht korrigieren lässt. In Klausuren werden oft Wahnthemen abgefragt, etwa Verfolgungs-, Beziehungs-, Größen-, Schuld- oder Verarmungswahn. Achte darauf, ob die Überzeugung zur Stimmungslage passt. Schuld- und Verarmungswahn treten typischerweise bei schweren depressiven Episoden auf, Größenwahn bei manischen.
Ich-Störungen
Bei Ich-Störungen verschwimmt die Grenze zwischen dem eigenen Erleben und der Umwelt. Dazu gehören Gedankeneingebung, Gedankenentzug und Gedankenausbreitung sowie Fremdbeeinflussungserleben. Sie sind für die Diagnostik schizophrener Störungen besonders wichtig.
So lernst du den Befund
- Merkmalsbereiche als Gerüst. Lerne zuerst die Reihenfolge der Bereiche auswendig. Sie ist zugleich die Gliederung jedes schriftlichen Befunds.
- Pro Begriff ein Beispielsatz. Schreib zu jedem Merkmal einen kurzen Satz, wie eine Person es im Gespräch äußern könnte.
- Fallvignetten übersetzen. Nimm eine Fallbeschreibung und formuliere daraus einen vollständigen Befund in Fachsprache. Erst danach überlegst du, welche Diagnose passt.
- Normalbefund auswendig. Ein unauffälliger Befund muss ebenfalls sicher formuliert werden, zum Beispiel „wach, allseits orientiert, formal geordnet“.
Weiterlernen
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Häufige Fragen
Wofür steht AMDP?
Für die Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie. Sie hat das gleichnamige System zur Beschreibung psychopathologischer Merkmale entwickelt.
Ist der Befund dasselbe wie eine Diagnose?
Nein. Der Befund beschreibt beobachtete und berichtete Merkmale. Die Diagnose entsteht erst, wenn Befund, Verlauf und Anamnese mit den Kriterien von ICD-11 oder DSM-5 abgeglichen werden.
Muss ich alle AMDP-Merkmale auswendig können?
Für die Klausur reichen meist die Merkmalsbereiche und die häufigsten Begriffe. Entscheidend ist, dass du sie in einer Fallbeschreibung wiedererkennst.
Häufige Fragen
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Ein Kurs enthält in der Regel:
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