Entwicklungspsychologie I an der Uni Bern: Kernthemen und typische Fehler
Fünf Kerntheorien der Entwicklungspsychologie, typische Verwechslungen und eine Lernmethode mit Vergleichstabellen, passend zum Propädeutikum an der Uni Bern.
Entwicklungspsychologie I und II werden an der Uni Bern im Propädeutikum als ein Modul mit 6 ECTS geführt, die Modulprüfung liegt am Ende des Frühjahrssemesters. Fünf Ansätze prägen das Fach: Piaget, Vygotskij, Erikson, Bowlby und Ainsworth sowie Kohlberg. Die häufigsten Fehler entstehen, wenn man diese Theorien vermischt, deshalb lohnt sich von Beginn an ein Vergleich in Tabellenform.
Fünf Ansätze, die du früh sortieren solltest
Entwicklungspsychologie beschreibt und erklärt Veränderungen über die Lebensspanne. In der Einführung bekommst du eine Reihe von Theorien präsentiert, die auf den ersten Blick ähnlich wirken. Der Unterschied liegt in der Frage, die jede Theorie beantwortet: Was entwickelt sich, und wodurch?
Laut Studienplan sind Teil I und II als ein Modul mit 6 ECTS zusammengefasst, die Prüfung liegt am Ende des Frühjahrssemesters. Du hast also Zeit, aber der Stoff wächst mit jeder Woche.
Piaget: Denken entwickelt sich in Stadien
Piaget beschreibt vier Stadien: sensumotorisch, präoperational, konkret-operational und formal-operational. Zentrale Begriffe sind Assimilation und Akkommodation sowie die Objektpermanenz. Die Kritik gehört dazu: Spätere Studien zeigen, dass Kinder manche Fähigkeiten früher haben, als Piaget annahm.
Vygotskij, Erikson, Bowlby: drei andere Blickwinkel
Vygotskij betont die soziale Umgebung. Sein Begriff der Zone der nächsten Entwicklung beschreibt, was ein Kind mit Unterstützung schon kann, allein aber noch nicht. Bei Erikson stehen psychosoziale Krisen im Zentrum, etwa Urvertrauen gegen Misstrauen im ersten Lebensjahr und Identität gegen Rollendiffusion in der Jugend.
Bowlbys Bindungstheorie und die Arbeiten von Ainsworth handeln von der frühen Beziehung zu Bezugspersonen. Ainsworth unterscheidet sichere, unsicher-vermeidende und unsicher-ambivalente Bindung, später kam der desorganisierte Typ dazu. Lerne die Typen an dem Verhalten des Kindes in der Fremden Situation.
Kohlberg: Moral als Stufenfolge
Kohlberg ordnet moralisches Urteilen in drei Ebenen: präkonventionell, konventionell und postkonventionell. Entscheidend ist nicht, was jemand entscheidet, sondern wie er es begründet. Genau das wird häufig mit Prüfungsfragen abgefragt, in denen du eine Begründung einer Ebene zuordnen sollst.
Welche Verwechslungen kosten am meisten Punkte?
| Verwechslung | So trennst du sauber |
|---|---|
| Piaget und Vygotskij | Piaget: individuelle Stadien. Vygotskij: Lernen im sozialen Austausch. |
| Erikson und Piaget | Erikson beschreibt Krisen der Identität, Piaget das Denken. |
| Bindungstypen | Nach dem Verhalten bei Trennung und Wiedersehen ordnen, nicht nach dem Eindruck von Nähe. |
| Kohlberg-Ebenen | Nach der Begründung urteilen, nicht nach der Handlung. |
| Längsschnitt und Querschnitt | Gleiche Personen über die Zeit gegen verschiedene Altersgruppen zum selben Zeitpunkt. |
Der letzte Punkt verbindet das Fach mit dem Modul Methoden: Wer Längs- und Querschnitt verstanden hat, liest Studien in der Entwicklungspsychologie leichter. Auch mit Biologischer Psychologie gibt es Berührungspunkte, etwa beim Thema Gene und Umwelt. Alle diese Fächer liegen im Propädeutikum, du lernst sie also im selben Jahr.
Ein Beispiel zeigt, warum die Trennung wichtig ist. Ein Kind lernt im Kindergarten, Bauklötze nach Grösse zu ordnen. Piaget würde fragen, ob das Kind die dafür nötige Denkoperation schon beherrscht. Vygotskij würde fragen, wer dem Kind gerade hilft und wie diese Hilfe schrittweise abgebaut wird. Erikson würde auf die Frage schauen, ob das Kind sich als kompetent erlebt. Dieselbe Szene, drei verschiedene Fragen.
Prüfungen verlangen oft genau diese Perspektivwechsel. Übe deshalb, eine Situation aus der Sicht mehrerer Theorien zu beschreiben. Wer das kann, hat die Theorien nicht nur gelernt, sondern verstanden.
Lernmethode: Tabellen und Transferfragen
Tabellen zwingen dich zu Vergleichen, und Vergleiche sind der Kern des Fachs. Beginne mit wenigen Spalten und erweitere sie, wenn neue Aspekte dazukommen, etwa Kritik, Methode oder Altersbereich. Transferfragen prüfen dann, ob du die Tabelle auch anwenden kannst. Frage dich zum Beispiel, welche Theorie erklärt, warum ein Kind bei einer Aufgabe mit Hilfe mehr schafft als allein.
- Lege eine Tabelle an mit den Spalten Theorie, Kernfrage, Kernbegriffe, Kritik.
- Ergänze jede Woche eine Zeile, sobald das Thema in der Vorlesung vorkam.
- Schreibe zu jeder Theorie eine Transferfrage, zum Beispiel: Wie würde Vygotskij die Situation im Kindergarten deuten?
- Beantworte die Frage nach einer Woche ohne Unterlagen.
Das Skript Entwicklungspsychologie enthält unter anderem Piaget, Erikson und Bandura sowie Fallstudien und fünf Aufgabentypen. Es dient als zweite Erklärung neben der Vorlesung, wenn dir ein Ansatz nicht einleuchtet.
Wer mehrere Grundlagenfächer parallel lernt, kann auf das Premium-Komplettpaket schauen, das alle Bachelor-Module bündelt und typische Prüfungsaufgaben mit Lösungen enthält. Nötig ist es nicht, aber es spart Suchzeit, wenn du ohnehin mit Skripten arbeitest.
Wie erkennst du Theorien in Fallbeispielen?
In Übungen und Prüfungen bekommst du selten die Frage «Was sagt Piaget?». Häufiger steht dort eine kurze Beschreibung: Ein Zweijähriger sucht das versteckte Spielzeug nicht mehr, sobald es unter einer Decke liegt. Ein Jugendlicher probiert verschiedene Rollen und Gruppen aus. Ein Kind weint bei der Trennung und beruhigt sich beim Wiedersehen rasch. Deine Aufgabe ist es, Stichworte im Text zu finden und sie einem Begriff zuzuordnen.
Eine Hilfe sind Signalwörter. Objektpermanenz, Egozentrismus und Erhaltung verweisen auf Piaget. Zone der nächsten Entwicklung und Unterstützung durch Ältere deuten auf Vygotskij. Krise, Identität und Urvertrauen sind Eriksons Vokabular. Bei Fremder Situation und Bindungsverhalten denkst du an Ainsworth, bei Begründungen von Regeln an Kohlberg. Stelle dir eine solche Liste selbst zusammen, denn beim Schreiben lernst du sie ohnehin.
Wie hängt das mit der Prüfung zusammen?
Im Propädeutikum hast du pro Prüfung zwei Versuche. Die Anmeldung läuft über das KSL, eine Nachmeldung im Bachelor ist nicht möglich. Die Regeln stehen auf der FAQ-Seite des Instituts für Psychologie. Für den Aufbau eines Lernplans hilft der Beitrag Klausur-Lernplan Entwicklungspsychologie, die Theorien im Überblick erklärt Theorien und Phasen der Entwicklungspsychologie.
Wie das erste Jahr insgesamt aufgebaut ist, zeigt die Seite 1. Semester Psychologie an der Uni Bern.
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Häufige Fragen
Wie viele ECTS hat Entwicklungspsychologie an der Uni Bern?
Entwicklungspsychologie I und II bilden laut Institut ein Modul mit 6 ECTS im Propädeutikum. Die Modulprüfung liegt am Ende des Frühjahrssemesters.
Ist Entwicklungspsychologie I ein Pflichtfach?
Ja, im ersten Studienjahr ist das Propädeutikum vorgegeben. Du wählst dort keine Module, sondern belegst die vorgesehenen Veranstaltungen.
Reicht es, die Theorien auswendig zu lernen?
Meist nicht. Prüfungen verlangen oft, dass du ein Beispiel einer Theorie zuordnest oder zwei Ansätze vergleichst. Deshalb lohnen sich Vergleichstabellen und selbst formulierte Transferfragen.
Stand: 30.09.2026. Quellen: FAQ Institut: Zulassung Deutsche, Versuche, Portale, Psychotherapie-Titel. Psychologie Helden ist ein unabhängiges Lernangebot und nicht mit der Universität Bern verbunden. Verbindlich sind die Angaben der Hochschule, insbesondere Studienordnung, Studienplan und Semesterdaten.
Häufige Fragen
Für Bachelor- und Masterstudiengänge der Psychologie an Universitäten, Fachhochschulen und im Fernstudium – in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Abgedeckt sind die Module, die praktisch überall geprüft werden: Statistik und Methodenlehre, Allgemeine, Biologische, Entwicklungs-, Sozial- und Persönlichkeitspsychologie, Diagnostik sowie Klinische und A&O-Psychologie.
Auch Studierende benachbarter Fächer wie Pädagogik, Lehramt oder Gesundheitswissenschaften nutzen einzelne Kurse für psychologische Grundlagenmodule.
Ein Kurs enthält in der Regel:
- Ein strukturiertes Lernskript zum kompletten Modul
- Übungsaufgaben mit Lösungen, bei Statistik mit vollständigem Rechenweg
- Fallbeispiele und Vignetten für Diagnostik und Klinik
- Merksätze und Zusammenfassungen für die letzte Woche vor der Klausur
Alles als PDF, sofort nach dem Kauf verfügbar, dauerhaft nutzbar.
Faustregel: Ab drei bis vier Modulen rechnet sich das Paket. Einzelkurse liegen zwischen 24,99 € und 49,90 €. Das Bachelor-Komplettpaket kostet 129,90 €, die Premium-Variante mit Bachelorarbeit-Kurs und Berufsvorbereitung 179,90 €. Für den Master liegt das Komplettpaket bei 149,90 €, die Premium-Version mit Thesis-Guide bei 189,90 €.
Nein, sie verdichten. Für die Wissensabfrage in Modulklausuren reichen die Skripte in der Regel aus, weil sie Definitionen, Modelle, zentrale Studien und typische Prüfungsfragen bündeln. Für Hausarbeiten, Seminarbeiträge und die Abschlussarbeit brauchst du weiterhin Primärliteratur – wie du die findest und zitierst, steht im Bachelorarbeit- beziehungsweise Thesis-Kurs.
Klinische Inhalte arbeiten mit ICD-11 und DSM-5-TR, Statistik mit R und SPSS, Zitation nach APA 7. Ändern sich Klassifikationen oder Standards, werden die Skripte angepasst – Updates sind für alle Käufer kostenlos.
Die Kurse sind für den persönlichen Gebrauch lizenziert. Du darfst sie beliebig oft für dein eigenes Lernen nutzen und ausdrucken. Die Weitergabe der Dateien oder das Hochladen in Lernplattformen und Cloud-Ordner ist nicht gestattet. Für Fachschaften und Lerngruppen gibt es auf Anfrage vergünstigte Sammelbestellungen.
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