Für Psychologie an der Uni Wien brauchst du keine höhere Mathematik, sondern sicheres Rechnen auf Schulniveau: Brüche, Prozente, Wurzeln, Summenzeichen und einfache Wahrscheinlichkeiten. Statistik I steht laut Empfohlenem Pfad im zweiten Semester, Statistik II im vierten, du hast also im ersten Semester Zeit zum Auffrischen. Eine bestimmte Statistik-Software nennt das Curriculum nicht. Welche Software in den Übungen verwendet wird, sagen dir die Lehrenden.
Ist das Mathe-Niveau wirklich ein Problem?
Für die meisten Studierenden nicht, aber es hilft zu wissen, was auf dich zukommt. Psychologie ist ein empirisches Fach, und empirisch heißt, dass du Daten beschreibst und prüfst. Dafür rechnest du, allerdings selten schwierig. Meist geht es darum, Formeln zu verstehen und richtig anzuwenden, weniger darum, sie herzuleiten.
Wie streng die Vorlesung ist, hängt von den Lehrenden ab. Welche Vorkenntnisse sie erwarten, steht in der Beschreibung der jeweiligen Lehrveranstaltung in u:find. Das Curriculum legt die Module fest, es nennt aber für die Statistik-Module keine Software. Das gesamte Curriculum der Uni Wien kannst du selbst nachlesen.
Wann und wo kommt Statistik dran?
Die Statistik verteilt sich auf zwei Module. Modul D1 Methoden der Psychologie hat 13 ECTS und enthält die VU Qualitative Methoden (6 ECTS), die VO Statistik I (4 ECTS) und die UE Übungen zur Statistik I (3 ECTS). Modul D2 Theorie und Methoden psychologischen Messens hat 10 ECTS mit der VO Grundlagen der psychologischen Testtheorie, der VO Statistik II und der UE Übungen zur Statistik II.
Die VO ist nicht prüfungsimmanent, die UE ist prüfungsimmanent. Das heißt: In der Übung zählt deine laufende Leistung, in der Vorlesung eine Prüfung. Die genaue Klausurform ist nicht verifiziert, sieh dazu in u:find nach, sobald die Lehrveranstaltung im Verzeichnis steht. Im ersten Semester bleibt dir damit Zeit, Grundlagen zu festigen, bevor Statistik I beginnt.
Welche Rechenfertigkeiten brauchst du?
| Fertigkeit | Wozu du sie brauchst | Kurzer Test |
|---|---|---|
| Brüche und Prozente | Anteile, relative Häufigkeiten, Wahrscheinlichkeiten | Was sind 3/8 in Prozent? |
| Wurzeln und Potenzen | Standardabweichung, Varianz | Warum ist die Wurzel aus 25 gleich 5? |
| Summenzeichen | Mittelwert, Varianz, Formeln in Lehrbüchern | Schreibe die Summe der Zahlen 1 bis 4 mit dem Summenzeichen |
| Gleichungen umstellen | Formeln nach einer Größe auflösen | Löse 2x + 3 = 11 |
| Einfache Wahrscheinlichkeit | Bedingte Wahrscheinlichkeit, Bayes | Wie wahrscheinlich sind zwei Sechser bei zwei Würfen? |
| Diagramme lesen | Histogramme, Streudiagramme | Was zeigt die Höhe eines Balkens im Histogramm? |
Wenn du diese Beispiele im Kopf oder mit Stift lösen kannst, bist du für die ersten Wochen gerüstet. Wenn nicht, hilft der Plan unten. Lösungen in der Reihenfolge der Tabelle: 37,5 Prozent; 5 mal 5 ergibt 25; die Summe von i für i von 1 bis 4; x gleich 4; 1/36; die Häufigkeit oder Anzahl in der jeweiligen Klasse.
Wie frischst du Schulmathe in zehn Tagen auf?
- Tag 1: Brüche kürzen, erweitern, in Dezimalzahlen und Prozent umwandeln.
- Tag 2: Prozentrechnung, also Grundwert, Prozentwert und Prozentsatz.
- Tag 3: Potenzen und Wurzeln, Rechenregeln wiederholen.
- Tag 4: Gleichungen umstellen, immer mit einer Probe.
- Tag 5: Summenzeichen lesen und ausschreiben, zum Beispiel für den Mittelwert.
- Tag 6: Mittelwert, Median und Modus an einer kleinen Zahlenreihe berechnen.
- Tag 7: Varianz und Standardabweichung Schritt für Schritt von Hand rechnen.
- Tag 8: Wahrscheinlichkeit: Ereignisse, Gegenereignis, unabhängige Ereignisse.
- Tag 9: Diagramme lesen, ein Histogramm und ein Streudiagramm selbst skizzieren.
- Tag 10: Alles gemischt, mit Zeitlimit und ohne Unterlagen.
Zwanzig Minuten pro Tag reichen, wenn du sie einhältst. Wichtiger als Tempo ist, dass du jeden Schritt aufschreibst. Wer die Rechenschritte sieht, macht weniger Flüchtigkeitsfehler.
Was passiert in den ersten Statistikwochen?
Eine Einführung in die Statistik beginnt üblicherweise mit der deskriptiven Statistik: Du lernst, Daten zu ordnen und zu beschreiben. Dazu gehören Lagemaße wie der Mittelwert, Streuungsmaße wie die Standardabweichung und Diagramme. Danach folgen meist Wahrscheinlichkeit, Verteilungen und schließlich das Testen von Hypothesen mit dem p-Wert.
Für den Anfang genügt es, Summenzeichen zu lesen und die Bedeutung von Mittelwert und Streuung zu verstehen. Wie schnell die Vorlesung vorgeht, entscheiden die Lehrenden. Mach dir deshalb schon im ersten Semester eine Liste der Begriffe, bei denen du unsicher bist, und schlage sie nach, statt sie zu überspringen.
Was tun bei Mathe-Angst?
Angst vor Mathe ist verbreitet und kein Zeichen mangelnder Eignung. Hilfreich ist, sie konkret zu machen: Was genau bereitet dir Sorgen, das Rechnen an sich, die Formeln oder die Prüfungssituation? Zerlege die Aufgabe in kleine Schritte und löse jeden einzeln. Rechne öfter kurz statt selten lang.
Ein zweiter Hebel ist, Formeln nicht als Text zu lesen, sondern mit Zahlen zu füllen. Wenn du die Standardabweichung einmal mit fünf Werten durchgerechnet hast, verliert die Formel ihren Schrecken. Für solche Beispiele nutzt du am besten die Aufgaben deiner Lehrenden.
Welche Hilfen gibt es, wenn du mehr Unterstützung willst?
An der Uni Wien begleitet die UE Übungen zur Statistik I die Vorlesung. Weitere Angebote wie Tutorien oder Vorkurse sind nicht bestätigt. Frag im SSC oder bei der Studienvertretung KRIPS nach, was es aktuell gibt.
Als zusätzliche Erklärung kannst du das Lernskript Statistik I & II nutzen. Es deckt deskriptive Verfahren, Wahrscheinlichkeitsrechnung inklusive Bayes, Verteilungen, Hypothesentests und Konfidenzintervalle ab und arbeitet mit Fallstudien und fünf Aufgabentypen. Anleitungen für R, SPSS oder JASP enthält es nicht. Einen Überblick über die Begriffe findest du im Beitrag Statistik im Psychologie-Studium: Grundbegriffe.
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Häufige Fragen
Muss ich gut in Mathe sein, um Psychologie an der Uni Wien zu studieren?
Du brauchst sicheres Rechnen auf Schulniveau, keine höhere Mathematik. Die Statistik-Module setzen vor allem voraus, dass du Formeln anwenden und Ergebnisse interpretieren kannst. Die genauen Erwartungen der Lehrenden stehen in u:find.
Wann beginnt Statistik I?
Laut Empfohlenem Pfad im zweiten Semester, Statistik II folgt im vierten Semester. Die Vorlesung ist nicht prüfungsimmanent, die begleitende Übung ist prüfungsimmanent.
Mit welcher Software arbeitest du in der Statistik?
Das Curriculum nennt keine Software. Welche Programme in den Übungen vorkommen, geben die Lehrenden bekannt.
Stand: 30.09.2026. Quellen: Curriculum Version 2022 (STEOP, Module, Statistik, Berufsberechtigung). Psychologie Helden ist ein unabhängiges Lernangebot und nicht mit der Universität Wien verbunden. Verbindlich sind die Angaben der Hochschule, insbesondere Curriculum, Satzung und Semesterkalender.