Allgemeine Psychologie I ist an der Uni Wien eine VO mit 4 ECTS im Modul B1, die du laut Curriculum schon vor Abschluss der STEOP belegen darfst. Sie ist nicht prüfungsimmanent und wird nach der Vorlesung geprüft. Üblicherweise geht es um Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Lernen sowie Motivation und Emotion. Die genauen Schwerpunkte und Prüfungstermine legen die Lehrenden fest, sie stehen in u:find und Moodle.
Was gehört zu Allgemeiner Psychologie I?
Die Allgemeine Psychologie fragt, wie der Mensch Informationen aufnimmt, verarbeitet und in Handlung umsetzt. Sie untersucht also Prozesse, die bei allen gesunden Erwachsenen im Grundsatz gleich ablaufen. Im Curriculum der Uni Wien steht die VO Allgemeine Psychologie I im Modul B1, gefolgt von Allgemeine Psychologie II im zweiten Semester.
Ein Hinweis vorab: In u:find ist für diese Lehrveranstaltung eine Lehrsprache angegeben, die du vor dem ersten Termin prüfen solltest. Ebenso hängt vom Lehrenden ab, welche Themen wie ausführlich drankommen. Was nachfolgend steht, sind Standardthemen des Faches, keine Kopie des Vorlesungsplans.
Welche Themen kommen typischerweise dran?
Wahrnehmung
Hier lernst du, wie aus Reizen eine Wahrnehmung wird. Zum Standard gehören die Gestaltgesetze (Nähe, Ähnlichkeit, Geschlossenheit) und der Unterschied zwischen Bottom-up- und Top-down-Verarbeitung. Bottom-up startet beim Reiz, Top-down bei Erwartungen und Wissen. Ein Beispiel: Du liest einen Satz mit vertauschten Buchstaben und verstehst ihn trotzdem, weil dein Wissen die Lücken füllt.
Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit ist begrenzt, deshalb selektieren wir. Klassisch sind die Filtertheorien und das Cocktailparty-Phänomen: In einem lauten Raum hörst du plötzlich deinen Namen aus einem Gespräch, dem du nicht zugehört hast. Dazu kommen geteilte Aufmerksamkeit und die Frage, warum Multitasking meist Kosten verursacht.
Gedächtnis und Lernen
Das Mehrspeichermodell trennt sensorisches Register, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis. Baddeley beschreibt das Arbeitsgedächtnis mit mehreren Komponenten. Bei den Prozessen unterscheidest du Enkodierung, Speicherung und Abruf, bei den Inhalten implizites und explizites Gedächtnis. Zum Lernen gehören klassische Konditionierung (Pawlow) und operante Konditionierung (Skinner).
Motivation und Emotion
Bei der Motivation begegnen dir unter anderem die Bedürfnispyramide nach Maslow und die Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation. Bei der Emotion stehen Theorien im Vordergrund, die erklären, wie Gefühl und körperliche Reaktion zusammenhängen, etwa James-Lange, Cannon-Bard und die Zwei-Faktoren-Theorie von Schachter und Singer.
Wie läuft die Prüfung ab?
Nicht prüfungsimmanent heißt: Es gibt keine Benotung während des Semesters, sondern eine schriftliche oder mündliche Prüfung nach der Vorlesung. Für die VO Allgemeine Psychologie I sind die Prüfungstermine für das Wintersemester 2026/27 noch nicht veröffentlicht. Sieh in u:find und Moodle nach, ob die Lehrenden Termine und die Prüfungsform angeben, und melde dich rechtzeitig in u:space an.
Für die Vorbereitung lohnt sich eine Frage, die du dir zu jedem Modell stellst: Was wäre ein Beispiel aus dem Alltag, und was ein Gegenbeispiel? Wer das Arbeitsgedächtnis nur als Begriff kennt, tut sich bei einer Anwendungsfrage schwer. Wer erklären kann, warum du dir eine Telefonnummer beim Wählen merkst und nach einem Gespräch wieder vergessen hast, hat das Modell verstanden. Diese Art zu lernen kostet am Anfang mehr Zeit, spart sie aber in der Prüfungswoche.
Wer sich zusätzlich mit Übungsaufgaben absichern will, nutzt die Aufgaben der Lehrenden. Das Lernskript Allgemeine Psychologie I deckt die Grundlagen ab, die in dem Fach üblicherweise geprüft werden, und bietet Aufgabentypen wie Wahr/Falsch, Kurzantwort und Anwendungsfragen. Es ist als zweite Erklärung neben der Vorlesung gedacht.
Wie sieht ein Vier-Wochen-Plan vor der Prüfung aus?
Der Plan setzt voraus, dass du während des Semesters mitgeschrieben hast. Er ist für die Phase gedacht, in der du deinen Prüfungstermin kennst und rückwärts rechnest.
| Woche | Schwerpunkt | Konkrete Aufgabe |
|---|---|---|
| 4 Wochen vorher | Wahrnehmung und Aufmerksamkeit | Notizen zu einer Seite je Modell verdichten, Gestaltgesetze und Filtertheorien mit eigenen Beispielen erklären |
| 3 Wochen vorher | Gedächtnis und Lernen | Mehrspeicher- und Arbeitsgedächtnismodell aus dem Kopf zeichnen, Konditionierungsformen in einer Tabelle vergleichen |
| 2 Wochen vorher | Motivation und Emotion | Emotionstheorien mit dem Beispiel eines Herzklopfens vor einem Referat durchspielen, Motivationstheorien gegenüberstellen |
| Letzte Woche | Gesamtwiederholung | Themen ohne Unterlagen aufzählen, Lücken nachschlagen, Übungsaufgaben der Lehrenden lösen, zwei Tage Puffer lassen |
Woran scheitern Studierende in dem Fach typischerweise?
- Sie lernen Begriffe einzeln auswendig, ohne die Modelle mit einem Beispiel zu verknüpfen.
- Sie verwechseln Theorien, die sich ähnlich anhören, etwa Cannon-Bard und James-Lange.
- Sie beginnen zu spät, weil die VO erst später im Semester spürbar wird.
Ein weiterer Fehler betrifft die Reihenfolge. Manche arbeiten die Themen so durch, wie sie ihnen sympathisch sind, und lassen die abstrakten Modelle bis zuletzt liegen. Gerade Aufmerksamkeit und Gedächtnis bauen aber aufeinander auf, weil Informationen erst durch Aufmerksamkeit ins Gedächtnis gelangen. Geh deshalb in der Reihenfolge der Vorlesung vor.
Dagegen hilft eine feste Wochenroutine. Wie du sie aufbaust, zeigt dir der Beitrag Allgemeine Psychologie I: Lernplan für die Prüfung. Die Grundlagen der Inhalte findest du in Allgemeine Psychologie 1: Grundlagen.
Was bringt ein Gesamtpaket, und was die Einzelskripte?
Ein einzelnes Skript passt, wenn du gezielt ein Fach absichern willst. Wer mehrere Module im Studienjahr begleiten möchte, kann das Premium-Komplettpaket ansehen, das alle Bachelor-Module und Zusatzkurse umfasst. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viel du selbst ergänzen willst. Für die Statistik im zweiten Semester lohnt ein Blick auf Statistik im Psychologie-Bachelor an der Uni Wien.
Wichtig für den Zeitplan: Die Uni verweist selbst auf die Reihenfolge im Curriculum. Allgemeine Psychologie I darfst du vor der STEOP belegen, sie ersetzt aber nicht die beiden Module A1 und A2. Plane also, dass die Vorbereitung auf die STEOP-Prüfungen im Vordergrund steht und Allgemeine Psychologie I daneben läuft. Nachlesen kannst du die Regeln im Curriculum der Uni Wien.
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Häufige Fragen
Darf ich Allgemeine Psychologie I vor Abschluss der STEOP belegen?
Ja, laut Curriculum 2022 darfst du vor vollständigem Abschluss der STEOP unter anderem die VO Allgemeine Psychologie I belegen. Die STEOP-Module A1 und A2 bleiben trotzdem Voraussetzung für weitere Lehrveranstaltungen.
Wie viele ECTS hat die VO?
Die VO Allgemeine Psychologie I hat 4 ECTS und ist nicht prüfungsimmanent, sie wird also nach der Vorlesung geprüft.
Wo finde ich Termine und Prüfungsform?
In u:find beim Eintrag der Lehrveranstaltung und in Moodle. Dort geben die Lehrenden an, wie geprüft wird. Die Anmeldung läuft über u:space.
Stand: 30.09.2026. Quellen: Curriculum Version 2022 (STEOP, Module, Statistik, Berufsberechtigung). Psychologie Helden ist ein unabhängiges Lernangebot und nicht mit der Universität Wien verbunden. Verbindlich sind die Angaben der Hochschule, insbesondere Curriculum, Satzung und Semesterkalender.